Sahra Wagenknecht

Die von Sahra Wagenknecht und Co. ins Leben gerufene Bewegung sorgt seit ihrer Vorstellung in der Öffentlichkeit, für Gesprächsstoff, Spekulationen, Vermutungen und ja, auch für Verleumdungen und Neid. Eine wichtige Botschaft scheint aber bei all dem Durcheinander untergegangen zu sein.

Grabenkämpfe und Trolle

Es scheint so, als ob mit dem Startschuss von aufstehen, bei vielen Menschen und vor allem bei vielen Vertretern der Medien, die Ohren auf Durchzug und das Gehirn auf Stand by gestellt worden wären. Sofort ging es mit einer medialen Schlammschlacht los und die Menschen in den sozialen Netzwerken standen und stehen (noch) dem in nichts nach.
Die meisten Medien, machten sofort eine „linke“ Sammelbewegung daraus, sprachen und sprechen von einer Spaltung der Linken und versuchen wie erst gestern Markus Lanz im ZDF, eine neue Partei daraus zu machen. Arrogant werden Erklärungen überhört und fleißig Schubladenstempel geschwungen.
In den sozialen Netzwerken sieht es nicht besser aus. Dort herrschen in den aufstehen Gruppen, die wie Pilze aus dem Boden geschossen sind, Grabenkämpfe, die an den 1. Weltkrieg oder an die nordische Sagenwelt erinnern. User, von denen man annehmen kann, dass sie Trolle sind, findet man zuhauf in vielen Gruppen. Sie heizen die Stimmung an und verunsichern viele Menschen.Viele scheinen die Botschaft, die von den Initiatoren ausgegangen ist, nicht zur Kenntnis genommen zu haben.
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Den Kurs sollen die Menschen bestimmen

Wenn sich die etablierten Parteien, zu denen Die Linken mittlerweile auch zählen, von der Bewegung distanzieren, dann sage ich: „Bravo!“. Es sollen sich nämlich in dieser Bewegung keine muffige und verstaubte Parteistrukturen etablieren. Hier sind die Bürger gefragt und gefordert. Mit aufstehen, hat man ihnen ein mächtiges Instrument zur Verfügung gestellt, das nicht mit ideologischen Auseinandersetzungen, Machtkämpfen und dergleichen Befindlichkeiten stumpf gemacht werden darf. Wir alle müssen schleunigst lernen damit umzugehen. Noch nie war die Gelegenheit so günstig, dass die Menschen Einfluss auf die Politik nehmen und damit auch den Kurs bestimmen und die eigentliche Seele und das Herz der Bewegung sind. Wer unbedingt auf ideologische Grabenkämpfe besteht, der sollte sie innerhalb einer Partei, eines Landtages oder im Bundestag betreiben. Willkommen dagegen sind konstruktive Kritik, Anregungen und Lösungsvorschläge, mit denen man zunächst den Parteien Feuer machen kann. Andernfalls droht die Bewegung zu einem Entlastungsbecken für Frustrationen über bisherige Partei Politik zu werden und ermöglicht auf diese Weise ein „weiter so“.

Ein steiniger Weg

Machen wir uns aber nichts vor. Widerstände wird es in Massen geben. Wenn die Zustande in unserem Land anders werden sollen, wird das die Interessen von einigen wenigen betreffen. Lügen, Verleumdungen, Diffamierungen, Lobby-Machenschaften und mediale Attacken, werden den Weg von aufstehen, äußerst steinig machen.

Zum Schluss noch eine Anmerkung: Wir wissen alle, dass wir mittlerweile in einer globalisierten Welt leben. Es gibt globale Entwicklungen, die sich bis in das kleinste Dorf auswirken. Der sogenannte Kampf gegen den Terror ist ein gutes Beispiel dafür. Er wurde dazu benutzt, unser Land nahe an den Zustand eines Überwachungsstaates zu bringen. Internationale Immobilienkonzerne treiben seit Langem die Mieten in Deutschland in astronomische Höhen. Die Liste der Beispiele ist lang. Sie dürfen wir in aufstehen niemals aus den Augen verlieren, auch wenn wir uns mit Problemen in unserer Straße, in unserem Stadtteil, in unserer Stadt, in unserem Bundesland und in unserem Land beschäftigen.

 

Fotos:

Titelbild: bewegungen-und-macht-geralt-pixabay-com-creative-commons-zero.jpg

Sahra Wagenknecht: Von Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=70100869